index
Gästebuch
Kapitel 1

Wenige Sekunden nachdem die Scheibe zerbarst, wurde deutlich weshalb sie über keine Alarmfunktion verfügte. Der angrenzende Raum war einer von wenigen die auch nachts bevölkert waren. Innerlich versprach Celdur sich selbst, mit Fildhec ein ernstes Wörtchen über Kartografie zu verlieren, sollte er hier lebend rauskommen.

Während  die Scherben noch zu Boden rieselten sprang Celdurr hindurch. Es blieb ihm keine andere Wahl als in die Vollen zu gehen. Kaum gelandet sprintete er weiter, hinter einen massiven Container der wahrscheinlich etwas enthielt, was besser nicht austreten sollte. Es erwies sich als äußerst schwer in Deckung zu bleiben und gleichzeitig nach einer Person ausschau zu halten.
Geschosse zischten durch die Luft, in immer gefährlicheren Winkeln, während die Stimmen immer lauter wurden. Celdurr wusste, der wichtigste Mann bringt sich immer zuerst in Sicherheit, es blieb keine Zeit um nachzudenken. "Wenn diese Narren weiter so wild durch die Gegend schießen, geht hier bald alles in die Luft."

Mit einer ruckartigen Bewegung riss Celdurr seine Peitsche heraus und schlang sie mit gekonnter Leichtigkeit um das Geländer oberhalb des Containers. Oben angekommen bot sich ein wesentlich besserer Überblick, doch es blieb keine Zeit, er bot sich selbst wie auf dem Präsentierteller an. Mit einem schnellen Satz überquerte er den Deckel und erblickte sein Zielobjekt während es versuchte wenige Meter entfernt einen Not-Aufzug zu rufen. Celdurr setzte zum Sprung an. Sobald er den Forschungsleiter in seiner Gewalt hatte, würde sich der Rückweg deutlich erleichtern. Er hob ab und spürte etwas Befremdliches. Kurz bevor er von der Schwerkraft heruntergerissen wurde, sah Celdurr zur Seite.

Er blickte direkt in zwei azurblaue Augen.


Horus am 18.4.07 19:43


Die Sicherheitstür fuhr mit einem kurzen Rattern automatisch beiseite und verhinderte so ein übermäßig stilles Betreten des Gebäudes. Wie sie erwartet hatte, befand sie sich in einer großen Halle, die vor Glasbehältern, Maschinen und Konsolen, deren Zweck Azur nicht ausmachen konnte, nur so strotzte. Sie selbst stand auf einem eisernen Gitter unterhalb der Decke, dass einer schmalen Feuerwehrleiter innerhalb des Gebäudes glich. Offensichtlich war dies einer der Notausgänge, falls eins der Experimente gründlich fehlschlagen sollte.

Ihre Augen kreisten durch die Halle und prüften die Lage. Es war verhältnismäßig dunkel, da nur noch wenige Wissenschaftler um diese Uhrzeit an ihren Plätzen arbeiteten. Die Luft war stickig und rauchgeschwängert, nur in ihre Arbeit vertiefte Verrückte konnten es in diesem fensterlosen Raum lange genug aushalten um vernünftige Resultate zu erzielen. Die Maschinerie lief noch auf vollen Touren und sorgten für ein raumfüllendes Dickicht aus Motorengeräuschen und dem regelmäßigen Piepsen verschiedener Konsolen. Ihre Schritte auf dem Metallgitter durchschnitten dieses Dickicht jedoch, wie eine messerscharfe Machete, die sich einen Weg durch den Dschungel bahnte. Bevor sie sich wie eine blutige Anfängerin verriet, kniete sie sich hin, um ihr Opfer genau auszumachen.

Doch noch bevor Azur dazu kam, die Wissenschaftler aus der Entfernung genauer zu beobachten, geschah etwas, womit sie nicht gerechnet hatte. Am Boden der gegenüberliegenden Seite war ein kleiner, vom Rest abgetrennter Kontrollraum. Sie konnte nicht sehen, was darin stattfand, da die Scheiben den temperaturen Tribut zollten und fast vollständig beschlagen waren. Doch nach einem stumpfen Donnern, dass selbst die Hintergrundgeräusche der Maschinen überlagerte, zeigten sich plötzlich Risse in einer der Scheiben. Azur riss die Augen auf. Was auch immer dort gerade geschah, es stand nicht auf ihrem Plan. Ohne zu zögern zog sie ihre Dolche und presste sich an die Wand, um in den Schatten zu verschwinden. Dann hörte sie ein weiteres dumpfes Donnern und wie die Glasscheibe in tausend Stücke berstete.

shad am 15.4.07 17:26


Während er über den Innenhof spurtete griff Celdurr nach einem größeren Stein, zielte und schleuderte ihn neben die einzige Wache die ihn vom angepeilten Seiteneingang trennte. Bevor der Wachposten das Ablenkungsmanöver durchschaute, war Celdurr hinter ihm, brach sein Genick mit einem kräftigen Schlag. "Was zum.." entfuhr es dem Partner des Unglücklichen, welcher just in dem Augenblick als Celdurr die Leiche sinken ließ, aus der Tür trat. Ohne sich die Zeit zu nehmen den überraschend aufgetauchten Angreifer eines Blickes zu würdigen, schleuderte er seinen Speer nach hinten, durchbohrte so die Brust des Mannes, der einige Sekunden zu lange gebraucht hatte um seine Waffe zu entsichern und hinderte gleichzeitig die Tür daran, sich zu schließen.

Dankbar entfernte Celdurr den Speer aus dem Torso seines Opfers und zog die Leiche der zweiten Wache zu dessen Ex-Partner. Die Zeit drängte, es musste genügen sie im Schatten sitzen zu lassen. Mit schnellen Schritten verschwand er in der Tür, die sich leise hinter ihm schloss.

Es bot sich ein kurioser Anblick. Scheinbar war dies ein Beobachtungsraum zu irgendeinem Versuchslabor. Hunderte Kontrolllämpchen blinkten stetig im Dunkel des unbelichteten Raumes. Am anderen Ende befand sich eine Glasscheibe. Celdurr spähte vorsichtig hindurch, doch ein Gewirr von Gasen und Licht machte es unmöglich auszumachen, was sich im benachbarten Teil befand. Ein Schemen war zwar auszumachen, doch die Sicht erlaubte es nicht festzustellen ob es Mobilliar oder lebendig war.

Da keine Tür auszumachen war, nicht einmal eine verschlossene, blieb keine Alternative. Mit einem kraftvollen Hieb stieß Celdurr die Speerspitze in die Glasscheibe. Ein deutlicher Kratzer war zu sehen, der nach einem zweiten Stoß beachtlich an Größe zu nahm. Gase begannen sich mit leisem Zischen auszubreiten und der brüchigen Scheibe zuzusetzen. Von einem für Celdurrs Geschmack etwas zu lautem Krachen begleitet sprang das Glas endlich und ein Schwall Nebel ergoss sich vom Versuchsraum Richtung Kontrollgeräte. Noch während er mit Bedacht durch die zerbrochene Scheibe stieg kam ihm etwas sehr sonderbar vor.

Der Alarm blieb aus.

 

Horus am 10.4.07 23:09


Azur schnellte durch die zahlreichen Schatten des karayanischen Lagers. Sie war nur ein dunkler Schemen vor noch dunkleren Wänden, den selbst aufmerksame Beobachter kaum wahrgenommen hätten. Schon gar nicht die  kaum motivierten Wachleute des Haupttrakts, die müde ihre Patrouille erledigten und es kaum erwarten konnten, sich den nächsten Glimmstengel zwischen die Lippen zu schieben.

Es erforderte Azur nicht besonders viel Geduld ab, bis eine der Wachen sich zu weit von ihrem Posten entfernte. Vermutlich wollte der Karayaner nur austreten oder sich während des Dienstes schnell eine Zigarette gönnen. Doch Azur nutze diese Unregelmäßigkeit eiskalt aus. Als der junge Mann aus dem Sichtfeld seiner Kameraden verschwand, schlug sie so gnadenlos zu, wie ein schwarzer Panther, der seine Beute riss. Der Schaft ihres Dolches donnerte an seine Schläfe und bevor er einen Laut von sich geben konnte, übermannte ihn Dunkelheit und er verlor sein Bewußtsein. Noch im Stürzen fing Azur den Wachmann auf und lehnte seinen regungslosen Körper an eine rissige Wand in einer verlassenen Ecke des Lagers. "Danke für das Ticket." flüsterte sie und zog eine kleine Chipkarte des Sicherheitsdienstes aus der Tasche ihres Opfers.

In das Hauptgebäude zu gelangen erwies sich als erstaunlich einfach. Auf der Rückseite des Gebäudes befand sich ein Notausgang, der nur sporadisch bewacht wurde. Azur musste eine wacklige Eisentreppe hochschleichen und stand vor einer dicken Panzertür, die sich nur von innen öffnen ließ oder von außen mit der Türkarte der Wachleute. „Solche Dilettanten. Kennst du ein Lager, kennst du alle.“ Ein kurzes Lächeln drängte sich ihr auf, wich aber zügig als sie die Karte durch den Kartenleser zog und die Tür vorsichtig öffnete.

shad am 7.4.07 13:08


Wenige Meter vor einem Wachhaus, im Schatten zweier hoch gewachsener Eschen blieb Celdurr stehen und drehte sich zu seinem Vorgesetzten um. "Den Plan habe ich dabei.. sollte es Probleme geben hörst du irgendwie von mir. Wenn ich beim nächsten Sonnenuntergang nicht zurück bin, gib Bescheid dass der Auftrag fehlgeschlagen ist.. und nun mach dich besser auf den Rückweg. " Er sprach nicht ohne Respekt, aber nachdrücklich. Die Sorge dass sein alter Freund sich zu viel zumutete begleitete den Soldaten wie bei jedem Auftrag.

"Hmm..ja, pass auf dich auf, Jungchen. Das is kein gewöhnlicher Auftrag, ein großes Ding is das. Wenn hier was schief läuft, dampft die Kacke. ..aber es lohnt sich." Mit einem verheißungsvollen Zwinkern verabschiedete sich Heerführer Filhdec und verschwand im Schatten des Waldes.

"Auf geht's!" Mit dem an den Rücken geschnallten Speer machte Celdurr sich auf in Richtung der Mauern die ihn vom Karaya-Labor trennten.

Wie er bereits befürchtet hatte, war es deutlich leichter sie von außen zu erklimmen, als drinnen ungesehen abzusteigen. Die stets bewegten Scheinwerfer machten es äußerst schwierig unentdeckt zu bleiben. Gerade als Celdurr in Erwägung zog, auf der Mauer entlang zu laufen um einen Wachturm auszuschalten, schwenkten die Scheinwerfer um. Etwas schien die Aufmerksamkeit der Wachposten erregt zu haben, weit genug entfernt um eine einmalige Chance zu bieten. Celdurr sprang ins undurchsichtige Dunkel.

Nach einer lautlosen Rolle kam er zum Stehen. "Das war ja richtig knapp.", schoss es ihm durch den Kopf, als sich der Vollmond ein wenig hinter den Wolken hervorwagte und den Tümpel enthüllte, dem der teruassische Kommandant haarscharf entging.
Möglichst geräuschlos rannte er über den Innenhof zum eigentlichen Labor als die Scheinwerfer wieder ihre ursprüngliche Position einnahmen.

Was auch immer ihm da geholfen hat, einen Alarm schien es nicht ausgelöst zu haben...

Horus am 4.4.07 23:00


"Verflucht" zischte Azur, als sich ein paar Steine aus dem Fels löste, an dem sie sich gerade abseilte, und gen Erde flogen, aber nicht ohne dabei ein paar mal geräuschvoll an die Steinwand zu prallen, die den Lärm dankbar in die weite Welt hallen ließ. Einer der Suchscheinwerfer des Lagers beleuchtete unvermittelt den Bereich am Boden unter ihr, wo die Steine langsam ausrollten.

Azur beobachtete den Lichtkegel, der das kleine Stück unter ihr taghell erleuchtete. Sie hielt sich an dem dicken Tau fest, das sie gerade davon abhielt, genau in diesen Bereich zu stürzen. Je länger der Schweinwerfer misstrauisch an der selben Stelle verharrte, desto nervöser wurde ihr Griff und desto mehr drohte sie abzurutschen. Doch dann kam langsam Bewegung in das Spiel: Der Wachposten entschloss sich offensichtlich die Felswand abzusuchen, an der Azur noch mit letzter Kraft hing. Der Lichtschein fuhrt senkrecht an der Wand entlang und kam bedrohlich in ihre Nähe. Doch Azur hatte geistesanwesend den Karabinerhaken gelöst und sprang mit einem kräftigen Satz seitlich aus dem Weg.

Das Tau hatte eine Vorrichtung, dass es sich automatisch einzog, wenn es gelöst wurde, sodass keine all zu offensichtlichen Überbleibsel für den Scheinwerfer von ihr zurück bleiben würde. Das Problem war vielmehr, dass Azur sich in mehreren Metern höhe gelöst hatte und jetzt äußerst elegant und äußerst schnell in Richtung Boden segelte. Glücklicherweise stand am Boden ein mittelgroßer Strauch bereit, der nicht nur ihren Sturz abfing, sondern auch gleichzeitig als Deckung diente, während sie versuchte festzustellen, wo oben und wo unten war. Leise fluchend kletterte sie aus dem Gestrüpp heraus und klopfte den gröbsten Dreck von ihrem Klamotten.

Die Aufmerksamkeit des Wachpostens, hatte sich auch wieder auf andere Bereiche verlagert, sodass es für sie kein Problem war in geduckter Haltung in Richtung des Zaunes zu stürmen und mit einer kaum merklichen Bewegung, sowohl ihre Langdolche zu ziehen, als auch blitzschnell ein passendes Loch in den Zaun zu schnitzen, durch das sie schlüpfen konnte.

Da stand sie nun endlich, kurz vor dem entscheidenden Teil ihres Berufs. Die tagelange Planung und Vorbereitung hatte sich also gelohnt. Sie beobachte die Patrouillen, das Lager und verglich diese Informationen mit der Karte, die sie sich eingeprägt hatte. Endlich war es soweit, ein kurzes grinsen huschte über ihre Lippen.

shad am 2.4.07 20:48


Die Charaktere
Celdurr Barhdal
Azur El‘Juez

Die Welt
Landkarten

Nationen und Städte
Karaya
Adreccur
Terruaska
Neppan





























Gratis bloggen bei
myblog.de